Der eiserne Gustav
    
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”Gustav Hackendahl ist ein Mann des wilhelminischen Kaiserreichs, der seine Familie herumkommandiert, wie er es beim Militär gelernt hat. Seinen Kindern versucht er jene "Grundsätze einzuimpfen, durch die er, wie er meinte, zum Erfolg gekommen war: Fleiß, Pflichtgefühl, unbedingte Rechtlichkeit, Unterordnung unter den Willen eines Höheren - heiße er nun Gott, Kaiser oder Gesetz". Er scheitert damit, noch bevor mit Kriegsbeginn die Welt untergeht, in der Pflichterfüllung noch geholfen hat. Sein Sohn Otto hat heimlich ein Kind mit der buckligen Schneiderin Tutti, einer der stärksten Frauengestalten in Falladas Werk. Sohn Erich liebt das gute Leben, verlottert, wird Spekulant. Die Tochter Eva geht einem Ganoven und Zuhälter ins Garn, der sie zurichtet und versklavt. Eine andere Tochter macht als Krankenschwester Karriere und will, grenzenlos kaltherzig, von den Eltern nichts mehr wissen. Und dann ist da der Sohn Heinz, der in den Wirren seinen Weg sucht, arbeitslos wird, keinen Ausweg sieht und vor die Hunde zu gehen droht. Im erzwungenen Schluss findet er Selbstachtung, Kameradschaft und Anstand unter Berliner Nationalsozialisten."--Jens Bisky, Süddeutsche Zeitung

Hans Fallada, eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen (1893-1947) war ein deutscher Schriftsteller. Bereits mit dem ersten, 1920 veröffentlichten Roman "Der junge Goedeschal" verwendete Rudolf Ditzen das Pseudonym Hans Fallada. Es entstand in Anlehnung an zwei Märchen der Brüder Grimm. Der Vorname bezieht sich auf den Protagonisten von "Hans im Glück" und der Nachname auf das sprechende Pferd Falada aus "Die Gänsemagd": Der abgeschlagene Kopf des Pferdes verkündet so lange die Wahrheit, bis die betrogene Prinzessin zu ihrem Recht kommt. Fallada wandte sich spätestens 1931 mit "Bauern, Bonzen und Bomben" gesellschaftskritischen Themen zu. Fortan prägten ein objektiv-nüchterner Stil, anschauliche Milieustudien und eine überzeugende Charakterzeichnung seine Werke. Der Welterfolg "Kleiner Mann – was nun?", der vom sozialen Abstieg eines Angestellten am Ende der Weimarer Republik handelt, sowie die späteren Werke "Wolf unter Wölfen", "Jeder stirbt für sich allein" und der postum erschienene Roman "Der Trinker" werden der sogenannten Neuen Sachlichkeit zugerechnet.
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