Bauern, Bonzen und Bomben
    
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Im Jahr 1929 heiratete Hans Fallada die acht Jahre jüngere Anna Issel, die als „Lämmchen“ in seinen Welterfolg „Kleiner Mann – was nun?“ (1932) einging. Der Ehe entstammten drei Kinder. Durch die Liebe zu Anna kehrten Lebens- und Arbeitsfreude zurück. Fallada schrieb jetzt vor allem politisch-soziale Zeitromane aus der Alltagswelt der kleinen Leute. In seinen leicht verständlich geschriebenen Büchern geht es hauptsächlich um moralische, wirtschaftliche und soziale Probleme in der Nachkriegszeit und während der Weltwirtschaftkrise. Heute gilt Hans Fallada als genialer Milieuschilderer und herausragender Repräsentant der Neuen Sachlichkeit. Viele seiner Romane und Erzählungen tragen autobiographische Züge.
Der Erfolg setzte mit dem Kleinstadtroman „Bauern, Bonzen und Bomben“ (1931) schlagartig ein. In dem Roman schildert Hans Fallada eine norddeutsche Kleinstadt während der großen Bauernunruhen Ende der 1920er Jahre. Die Handlung und viele Figuren des Romans knüpfen an den Landvolk-Prozess im holsteinischen Neumünster an, den Fallada 1929 als Berichterstatter einer Lokalzeitung miterlebt hatte. In „Bauern, Bonzen und Bomben“ zeichnet der Autor ein realistisches Bild der damaligen Zustände und der Verbitterung der Bevölkerung. Die Resonanz auf den Roman war überwältigend. Kurt Tucholsky schrieb in einer Rezension: „Es ist eine Atmosphäre der ungewaschenen Füße. Es ist der Mief der Kleinstadt, jener Brodem aus Klatsch, Geldgier, Ehrgeiz und politischen Interessen.“ Von dem üppigen Honorar, das Fallada für den Roman erhielt, kaufte er ein Haus in Neuenhagen bei Berlin.

Hans Fallada, eigentlich Rudolf Wilhelm Friedrich Ditzen (1893-1947) war ein deutscher Schriftsteller. Bereits mit dem ersten, 1920 veröffentlichten Roman ”Der junge Goedeschal" verwendete Rudolf Ditzen das Pseudonym Hans Fallada. Es entstand in Anlehnung an zwei Märchen der Brüder Grimm. Der Vorname bezieht sich auf den Protagonisten von "Hans im Glück" und der Nachname auf das sprechende Pferd Falada aus "Die Gänsemagd": Der abgeschlagene Kopf des Pferdes verkündet so lange die Wahrheit, bis die betrogene Prinzessin zu ihrem Recht kommt. Fallada wandte sich spätestens 1931 mit "Bauern, Bonzen und Bomben" gesellschaftskritischen Themen zu. Fortan prägten ein objektiv-nüchterner Stil, anschauliche Milieustudien und eine überzeugende Charakterzeichnung seine Werke. Der Welterfolg "Kleiner Mann – was nun?", der vom sozialen Abstieg eines Angestellten am Ende der Weimarer Republik handelt, sowie die späteren Werke "Wolf unter Wölfen", "Jeder stirbt für sich allein" und der postum erschienene Roman "Der Trinker" werden der sogenannten Neuen Sachlichkeit zugerechnet.
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